5 Fakten zur Durchmesserlinie.

Mitte Juni 2014 wird der erste Teil der Durchmesserlinie (DML) in Betrieb genommen. Doch was ist eigentlich die Durchmesserlinie genau und welche Verbesserungen bringt mir die DML als Pendlerin oder Pendler? Wir haben nachgefragt und fünf grundsätzliche Fragen geklärt.

1. Was ist die Durchmesserlinie?

Durchmesserlinie (oder kurz DML) ist der Name der neuen Doppelspur durch Zürich mit einem viergleisigen Durchgangsbahnhof unterhalb des bestehenden Hauptbahnhofes. Die DML ist das Herzstück der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn. Der neue Bahnhof Löwenstrasse erhöht die Kapazität des stark ausgelasteten Hauptbahnhofs in Zürich um 25 Prozent und ist somit eine wichtige Grundlage für weitere Angebotssteigerungen in Regional- und Fernverkehr.

2. Warum heisst das Bauprojekt eigentlich Durchmesserlinie?

durchmesserlinie_strecke«Durchmesser» ist ein Begriff aus der Geometrie und bedeutet sinngemäss «vom Rand ins Zentrum und wieder hinaus». Im Fall der DML passiert dies in einem rechten Winkel: von Altstetten im Westen ins Zentrum und dann nach Oerlikon im Norden.

Bei der Bahn steht der Begriff zudem für Linien, die nicht im Zentrum enden, sondern das Zentrum durchqueren – wie dies bei den meisten S-Bahn-Linien Zürichs der Fall ist.

 

3. Warum ist der Bau der DML nötig und welche Verbesserungen bringt mir die DML?

Sowohl der Zürcher Hauptbahnhof wie auch die Wipkingerlinie (Zürich HB–Zürich Oerlikon) haben die Kapazitätsgrenze erreicht. Das jetzige Angebot zwischen dem HB und Oerlikon (S-Bahn und Fernverkehr) ist nur dank fahrplanerischer Kniffe möglich. Zudem wurden der geplante Ausbau der Wipkingerlinie auf vier Spuren gar nicht, und der S-Bahnhof Sihlpost (Gleise 51 bis 54) mit den vier nötigen Gleisen nur temporär bewilligt. Die DML ersetzt beide Ausbauten.

Für die rund 400 000 Menschen, die täglich den HB Zürich nutzen, bedeutet die DML in erster Linie einen Angebotsausbau der S-Bahn wie auch des Fernverkehrs. Zudem ist eine schnellere Stadtdurchfahrt (Wiedikon–Oerlikon) für die S-Bahn und später auch für den Fernverkehr möglich. Die DML ist auch die Grundlage für den Angebotsausbau und eine Fahrzeitverkürzung auf der Ost-West-Achse (z.B. Zürich–St. Gallen zukünftig in weniger als 60 Minuten).

4. Was ändert sich sonst noch im Zürcher HB?

Wie bereits erwähnt werden die heutigen Gleise 51–54 bei der Sihlpost mit der Inbetriebnahme des Bahnhofs Löwenstrasse (Gleise 31–34) am 15. Juni 2014 aufgehoben. Die Umbenennung der bestehenden Gleise 1/2 in 21/22 (Bahnhof SZU) und 21–24 in 41–44 (Bahnhof Museumstrasse) ist bereits erfolgt. Der Bahnhof Zürich rückt so für die Reisenden näher zusammen, die Umsteigewege werden kürzer. Dank dem neuen Bahnhof wenden die S-Bahn Linien S2, S8 und S14 ab dem 15. Juni nicht mehr in Zürich HB. Diese Linien fahren als erste durch den neuen und modernen Bahnhof Löwenstrasse und profitieren so direkt vom Fahrzeitgewinn von bis zu sechs Minuten.
Und weil wir schon dabei waren, wurden zahlreiche Systeme wie Lautsprecher, Gleisanzeiger ersetzt oder generalüberholt. Ab Juni stehen dir zudem 45 neue Ladengeschäfte zur Verfügung. Total verfügt dann das ShopVille-Zürich Hauptbahnhof über 180 Geschäfte, die täglich geöffnet sind.

5. Und wann ist die DML fertig?

Ein erster Teil, der DML wird zwar am 14. Juni mit einem grossen Fest eingeweiht. Tags darauf wird der Bahnhof Löwenstrasse und der Weinbergtunnel für die Zürcher S-Bahn auf der Achse Wiedikon–Oerlikon offiziell in Betrieb genommen. Trotzdem ist das noch nicht alles: Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 folgt die Inbetriebnahme der gesamten Durchmesserlinie. Richtung Westen führen die Gleise über die Kohlendreieck- und die Letzigrabenbrücke nach Altstetten. Davon profitiert auch der Fernverkehr. Im Herbst 2016 wird dann auch der Ausbau des Bahnhofs Oerlikon abgeschlossen sein.

 

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5 Kommentare zu “5 Fakten zur Durchmesserlinie.

  1. na ja so kann man sich irren: ich dachte immer der durchmesser wäre eine Gerade:
    Der Durchmesser eines Kreises oder einer Kugel entspricht außerdem dem Abstand zwischen den Schnittpunkten mit einer Geraden, die durch den Mittelpunkt verläuft.

  2. Zeitrahmen eingehalten, Kostenrahmen eingehalten: Hut ab, kann ich nur sagen. Fazit: Solange die Politik zwischen Baubeschluss und Einweihung nichts mehr dreinzureden hat, klappt alles hervorragend!

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