An die Gleisüberquerer.

Ein paar Gedanken von mir, einem Lokführer, an die Gleisüberquerer, welche ich regelmässig beobachte.

An Nummer eins.
Sie, Frau mit roter Tasche, wollten auf meine S-Bahn. Sie befürchteten wahrscheinlich, die Zeit reiche nicht mehr für den offiziellen Weg durch die Unterführung. Also husch-husch übers Gleis rennen, ausnahmsweise… Was ich dann gesehen habe, liess das Blut in meinen Adern gefrieren! Sie sind auf einer taunassen Schwelle ausgerutscht und quer auf dem Geleise zum Liegen gekommen. Hier fahren Züge mit 130 km/h durch. Der nächste in weniger als zwei Minuten. Der Lokführer hätte Sie frühestens aus ca. 400 Meter Distanz erkennen können. Die ersten 40 Meter hätte der Zug ungebremst zurückgelegt, wegen der Reaktionszeit des Lokführers. Weitere 70 Meter später hätten die Bremsen zu wirken begonnen. Selbst unter optimalen Bedingungen hätte die verbliebene Distanz nicht für einen Halt vor Ihnen gereicht. Unermessliches Leid! Am Endbahnhof sind Sie ausgestiegen und ich konnte mit Ihnen sprechen. Sie waren ziemlich bleich und Ihr Fazit war eindeutig: Nie wieder!

An Nummer zwei.
Es ist mir noch immer nicht klar, was Ihre Überlegung war. Waren Sie zu bequem? Mein Zug hatte in diesem Bahnhof noch mehr als zwei Minuten Aufenthalt. Sie hätten problemlos die Unterführung benutzen können. Dennoch nahmen Sie die Abkürzung über zwei Geleise. Und zwar so nahe vor der Schnauze meiner Lok durch, dass Sie für mich für kurze Zeit im toten Winkel verschwanden. Ich öffnete das Fenster und sprach Sie an. Nicht sehr diplomatisch zwar… Aber eine Antwort hätte ich dennoch erwartet. Sie drehten sich nicht mal um. Rund eine halbe Stunde später wurden Sie von einem Dutzend Transportpolizisten in Empfang genommen. Ja, ich habe Ihren Regelverstoss gemeldet. Polizist zu spielen, das mag ich überhaupt nicht. Doch aus Handlungen wie jener von Ihnen entstehen Unfälle, die Folgen haben für zahlreiche Drittpersonen. Mir kamen Dinge in den Sinn, die ich hier nicht schreiben kann. Wer aus purem Leichtsinn sich selbst und andere derart gefährdet, muss bestraft werden. Toleranz finde ich hier unangebracht.

An Nummer drei.
Sie oder Du? Sie sind vielleicht sechzehn Jahre alt. Sie sehen gepflegt aus und soweit ich das beurteilen kann, sind Sie gesund. Fast Ihr ganzes Leben liegt noch vor Ihnen. Warum riskieren Sie, dass es unter einen Zug gerät?
Ich glaube, Ihr Motiv war es, Eindruck zu schinden. Super cool überquerten Sie vor meinem einfahrenden Zug zwei Gleise in einem viel befahrenen unterirdischen Bahnhof. Ich hupte. Auf der anderen Seite unterhielten Sie sich kurz mit zwei jungen Frauen. Den Rückweg hatten Sie auch via Geleise vorgesehen. Sie sind schliesslich der Coolness verpflichtet! Schon standen Sie wieder unten zwischen den Schienen. Da habe ich Sie lang andauernd und dezibelstark mit dem Typhon zur Umkehr bewegt. Ich habe das Fenster geöffnet und Sie aufgefordert, die Rolltreppe zu benützen. Durch das Hupen ist das Sicherheitspersonal auf Sie aufmerksam geworden und Sie mussten sich erklären. Ist es auch cool, ein paar hundert Franken Busse zu bezahlen?

 

Für mich als Lokführer bedeuten solche Ereignisse immer grossen Stress. Es lenkt gedanklich ab, wirkt nach und es braucht oft viel Kraft, die Konzentration wieder auf die Fahrt zu richten. Man könnte jetzt sagen: «Zum Glück ist nichts passiert.» Das stimmt allerdings nicht ganz. Im Führerstand bin ich darauf angewiesen, dass sich die Menschen in den Bahnhöfen und entlang der Bahnlinien an die Sicherheitsregeln halten. Ich muss darauf vertrauen können, dass «meine» Gleise hindernisfrei sind. Wenn Personen ohne Berechtigung Geleise überqueren, so ist das für mich in erster Linie ein massiver Vertrauensbruch.

Und wie mache ich es selber? Ich arbeite bei der Bahn, weiss wie ich mich in Gleisfeld bewegen muss. Ich kann die Signale interpretieren und erkenne daran, wenn ein Zug kommt. Ist das nicht etwas anderes? Nutze ich dies nicht ab und zu, wenn es niemand sieht, um von einer Abkürzung zu profitieren? Jetzt mal ganz ehrlich?
Ganz ehrlich: Nein.

 

Tipps für sicheres Reisen sowie die Broschüre «Mit Sicherheit besser ankommen» gibt es auf sbb.ch/sicherheit

Weiterer Blogpost zum Thema Sicherheit: Sicher unterwegs.

47 Artikel

32 Kommentare zu “An die Gleisüberquerer.

  1. Ich durfte einmal zusehen, wie ein unter Drogeneinfluss stehender Mann die Geleise vor dem Bahnhof Luzern querte und über jedes einzelne stolperte. Da er auf mein Zurufen nicht reagierte, rief ich die Bahnpolizei an. Dummerweise wurde der Anruf nicht entgegengenommen. Die Kollegen der Stadtpolizei waren erreichbar, jedoch 20 Minuten entfernt.
    Der Zugsverkehr war ziemlich dicht und ich entschied mich dagegen, den Mann von den Geleisen zu holen. Was hätten Sie gemacht?

    1. Hallo Alex, zuerst mal ein Dankeschön für die richtige Reaktion, die Transportpolizei resp. Stapo zu alarmieren. Die Notrufnummer 0800 117 117 der Transportpolizei ist eigentlich während 24 Stunden und an 7 Tagen bedient. Wieso der Anruf nicht entgegen genommen werden konnte, kann ich leider nicht beurteilen. Wichtig ist ebenfalls, dass man sich nicht selber in Gefahr bringt.
      Falls Bahnpersonal in der Nähe gewesen wäre, hätte ich dieses auf die Gefährdung aufmerksam gemacht. Die Mitarbeitenden könnten dann wiederum das Stellwerk resp. die Transportpolizei alarmieren.

    2. Hallo Alex

      Zwischen den Helden spielen und überlegtem Handeln zieht sich oftmals ein schmaler Grat. Grundsätzlich gilt immer zuerst der Selbstschutz. Egal ob auf Schiene, Strasse oder anderswo. Ist ein Unfall unvermeidbar, ist das Leid so tragisch es kling, das kleinere wenn es nur eine einzelne Person trifft als zwei. In Deinem Fall hast Du meines Erachtens nach richtig gehandelt. Denn in Du den Betrunkenen von den Gleisen bekommen hättest, ist fraglich. Vielleich ja, vielleicht nein.

    3. Werter Alex, falls sich das Ereignis zwischen 19.00 und 07.00 Uhr zugetragen haben sollte, dann wäre die ständige Patrouille des Sicherheitsdienstes der Securitrans im Perimeter des Bahnhofs Luzern vor Ort gewesen. 051 222 44 00 oder auch über 117 oder 0800 117 117.

  2. Sensationeller Artikel. Besten Dank dafür. Mein Vater ist auch Lokführer bei der SBB und ich kann die Gedankengänge sehr gut verstehen. Für mich einfach unbegreiflich wie kopflos Menschen über das „Minenfeld“ gehen können. Eine Zone voller Gefahren.

  3. Guten Tag Herr Leutwyler

    Danke für diese Worte.
    Ich selbst nerve mich regelmässig ab Personen, die einfach so mal die Gleise überqueren, weil es schneller ist. In meinem Kopf spielen sich dann etliche Szenarien durch, was hätte passieren können.
    Vor allem aber macht es mich wütend, wenn dann auch noch meine Tochter (3 1/2 Jahre alt) dabei ist und das sieht.
    Ich frage mich oft, ob denen bewusst ist, was sie für ein Vorbild sind. Wie auch, ob sie wissen, wer alles unter ihrem waghalsigen Handlungen leiden muss.

    Ich hoffe, dass dies ganz viele Menschen lesen und es ihnen eine Lehre sein wird.

    Danke nochmals für diese Worte!

  4. Als ehemaliger Rangierarbeiter der ja auch tagtäglich im Gleisfeld bis zu 8h am Tag unterwegs war, kann ich nur dazu sagen dass es weder cool noch besonders angenehm ist, sich zwischen zwei fahrenden (Bhf Chur Rhb ist 40-60km/h Vmax) zu befinden.
    Das wohl schockierendste erlebnis war wohl dass eine Junge Teenagerin ihre noch viel jüngere Schwester(ca.6) am Bhf mit einem Ball spielen liess, welcher dann zwangsläufig im gleisfeld landete…
    Geht ja noch, aber ich war schokiert dass die kleine ohne zu zögern und ohne warnrufe ihrer Grossenschwester ins gleis 5rannte um den Ball zu holen!
    Aber ich denke meinr scharfen worte haben sie wachgerütelt, aber eigentlich hätte ich die Mutter auf den Bhf holen lassen müssen.
    Wie dem auch sei, die Fahrlässigkeit solchen handelns ist für mich immer wieder ein Rätsel.
    Übrigens hat mei Kollege vergessen zu erwähnen auch wir von dern Bahn dürfen nur dann in die Gleise wenn dies auch wirklich nötig ist und die meisten versuchen dies auch zu vermeiden.

  5. Als Mitarbeiter Elektrische Anlagen beim Öffentlicher Verkehr (Tram / Bus) sehe ich Täglich wie Personen immer wieder vor einfahrende Tramms über den Übergang oder übers Gleis laufen obwohl es Rot ist. Klar ein Tram ist kein Zug, aber auch ein Tram ist ca 40 meter lang und wiegt 45000 Kg. Diese masse braucht ja auch ihren Bremmsweg, und je nach Wetter länger oder Kürzer.

    Da wir selber im Gleisbereich arbeiten, müssen wir die Sicherheitsrichtlinien der SBB einhalten, damit Niemand zu Schaden kommt. Unser Betrieb wird vom Bund als Eisenbahn angesehen und sind dadurch am Eisenbahngesetzt unterstellt.

    1. Hallo Marcel

      Vielen Dank für deine Ergänzung. Da das Tram einen längeren Bremsweg hat – insbesondere bei Regen oder Laub auf den Gleisen – hat es immer Vortritt. Auch vor Fussgängern.
      Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) haben da mal einen Bremstest Tram versus Auto aufgezeigt. Das Ergebnis ist ziemlich eindrücklich.

      Ich wünsche dir gute und unfallfreie Fahrt!

  6. Auch ich Arbeite bei der Bahn. Als Zugcheff und musste sogar schon einen Toten zudecken. Das ist jetzt schon sehr lange her. Aber ich habe das noch jetzt im unterbewustsein gespeichert. und wenn ich Leute frage warum Sie das tun bekommt man keine normale Antwort. Sehr bedenklich

  7. Danke fürs Schreiben.
    Drei Fragen meinerseits:
    1. Wie viele Menschen werden jährlich wegen Gleisüberquerungen getötet oder verletzt?
    2. Wieviele dieser Menschen wollten dabei Selbstmord begehen? Ich hab mal gelesen, dass jeder Lokführer 1-2x in seiner Karriere erlebt, dass jemand sich bewusst vor seinen Zug stellt.
    3. Wenn eine Person von einem Zug an- oder überfahren wird – kann dies den Zug auch entgleisen? Oder führt dies *nur* zu einer Verspätung?

    1. Hallo Brian, danke für dein Interesse und die Fragen.

      Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat grad vor wenigen Tagen den «Bericht über die Sicherheit im öffentlichen Verkehr 2013» veröffentlicht:

      Ich zitiere aus dem Lead: «Bei Unfällen im öV starben im vergangenen Jahr 30 Personen. Grösstenteils handelte es sich um Personen, die aus eigenem Verschulden verunfallten, beispielsweise wegen illegalem Queren von Gleisen oder falschem Verhalten an Bahnübergängen.» Die Suizide sind ebenfalls im Bericht erwähnt. Ich bitte um Verständnis, dass ich auf diese Thema aus Gründen der Pietät und des «Werther-Effektes» nicht weiter eingehen kann.

      Ich wünsche dir eine gute und sichere Fahrt.

      1. Hallo Daniel
        Habe den Bericht gerade fertiggelesen, sehr informativ, besten Dank!

      2. Auch wenn die Statistik sagt, die Anzahl hätte abgenommen…!
        Im Durchschnitt sind es 1 – 1 1/2 Personenunfälle, pro Tag, die in der ganzen Schweiz den Bahnverkehr beeinträchtigen!
        Bei jedem solchen Ereignis, der Bahnverkehr für mindesten 2 und mehr Stunden blockiert ist. Bis die Geleise / Bahnfahrzeuge gesäubert, Unfallprotokolle erstellt [redigiert] sind und die Strecke von der Blaulichtorganisation wieder zur Benützung freigegeben wird.
        Danach muss noch dafür gesorgt werden, das alle Reisende wenn möglich Ihre ursprünglichen Ziele erreichen können.
        Ich bin Zugchef, hatte in meinen über 40 Dienstjahren, ein wenig Glück und nicht allzuviele solcher Vorfälle erlebt!

        1. Lieber Kollege
          Vielen Dank für die Anmerkungen. Die genannte Zahl (30) bezieht sich auf tödliche Unfälle im Schweizer ÖV.
          Der Sicherheitsbericht des BAV weist die Suizide separat aus. Umgerechnet zwischen jeden zweiten und dritten Tag tritt ein solcher ein. Und jeder dieser Fälle verursacht bei den Betroffenen – sei es Mitarbeitende, Angehörige, Reisende – ein riesiges Leid. Ferner kommt noch die Bewältigung dazu, wie du sie beschrieben hast.
          Ich wünsche dir – und allen Reisenden – eine gute und sichere Fahrt.

  8. Ja wir haben und auch unsere Gedanken gemacht heute Nacht als nichts mehr ging ab Zürich HB, wegen „Personen im Gleisbereich“. Egoistisch, hinderlich und sehr teuer dieses Verhalten. Meinen Respekt gegenüber den verschiedenen Berufsgruppen die in so einem Fall alle zuverlässig und schnell reagieren. Meiner Meinung nach dürfte das Bussgeld im vierstelligen Bereich liegen.

    Herr Lokführer dankeschön und gute Fahrt!

  9. Ich fahre hier im Raum Basel Grenzüberschreitend S-Bahn nach Deutschland. Wie oft sehen wir das bei uns. Im Schnitt 2-3 mal pro Schicht !!!. Und wenn man die leute drauf anspricht, so ist leider in den meisten Fällen kein Unrechtsbewußtsein vorhanden. Sätze, wie: Nun reg Dich nicht auff, der Zug stand ja schlieeßlich, und ich habe es eilig sind da schon Standartaussagen. Oft genug wird auch zum teil aufs übelste beschimpft. Nur wenn es denn mal nicht mehr langt, und es kommt zum Personenunfall, dann ist das Geschrei da. Und wer ist denn dann in den Augen der anderen Schuld? Natürlich die Eisenbahn, bzw. die Lokführerin/der Lokführer, obwohl die am wenigsten dafür können. Sie/Er versucht ja immer noch den Zug rechtzeitig zum stehen zu bringen, obwohl klar ist, das es niemals ausgehen wird. Und diejenigen müssen dann mit dieser Situation umgehen und damit weiterleben und vor allem weiterfahren. Daran ddenken diese Gleislatscher eben nicht. Wie oft hat alleine in Deutschland, auch hier auf unserer Strecke die Bundespolizei Aktionen zusammen mit den Bahnen DB und SBB gestartet, aber der Erfolg ist im grunde gleich Null. Ein paar Tage wirkt es nach, und dann wars das. danke an den Kollegen, der den Artikel geschrieben hat. Aber leider wird der genauso in ein paar Tagen/Wochen vergessen sein, wie viele andere deratige Artikel, die seit jahren dazu regelmäßig geschrieben werden.

  10. Ich war auch Jahrelang bei der Bahn.
    gelernt DR ab 1992 zur DEVK
    mein Herz schlägt immer noch für die Bahn, obwohl sie nich mehr das ist was sie früher mal war,
    aber ich kann mich in Deine Lage hineinversetzen, ……
    muss ich mehr sagen???

  11. Kleiner Bruder eines guten Freundes sprang im Dezember 2013 vor einen Zug und ich hoffe für den Lokführer, er wird es schaffen und normal leben und arbeiten können.

  12. Auch ich bin Lokführer. Kann also diesen text sehr gut nachvollziehen. Auch ich sehe immer wieder, Personen kopflos die Geleise überschreiten. Ich greiffe nach Holz, in meinen 18 jahre hatte ich sehr viel Glück und noch niemand erwischt. Im gegensatz zu gewissen Kollegen, wo dies in 14 Tagenabständen erleben müssen.
    Trotz noch nie eines solchen Unfalles mit mir auf dem Führerstand, weiss ich, wie es aussieht und riecht, wenn ein Mensch unter den Zug kommt. Viele Menschen, wie Rettungskräfte, Polizei, Betriebswehr, Untersuchungsbehörde, Leichenbestatter etc. ist dies eine sehr hohe Psychischer belastung und verarbeitungsprotzess.
    Dazu kommt, dass die Strecke, während mindestens 2 Stunden Totalsperre hat, viele umtriebe für di Bahnunternehmungen und Reisenden.

    Was ich auch bemängle, die nicht beachtung der Weissen Linie auf dem Perron entlang. Den da hatte ich mein schlimstes erlebniss:

    Ich Fuhr mit einem leeren Ölzugkomposition durch die Schweiz, als ich in den Bahnhof mit 90 km/h, knapp 400 meter Anhängelast und über 1700 Tonnen anhängelast einfuhr, bemerkte ich mitte Perron einen Kinderwagen genau auf der Weissen linie, trotz Warnpfiffe, reagierte die Person mit zwei Kleinkinder nicht. Als ich mit der Lok schon am Kinderwagen vorbei wahr, bekahm ich ein sehr schlechtes gefühl, öffnete mein Seitenfenster und blickte nach hinten. Genau in diesem moment, ca mitte Zug, zog es den Kinderwagen unter den Zug, leitete sofort eine schnellbremsung ein, kahm mit dem Zug nach über 600 Meter zum stehen.
    Mein erster gedanke, als Familienvater, hoffentlich wahr kein Kind darin. Die Rettungskräfte wahren so schnell vor Ort, das ich es in dieser Zeit nicht mahl zu Fuss an das Zugende laufen konnte. Von weitem, sah ich ein Roter knäuel, genau die Farbe des Kinderwagens, ein par verbogene und abgebrochene Mettal/ Alu gestänge ragten hervor. Meine gedanken galt dem Kind, was noch im Kinderwagen sein könnte…..

    Nach den restlichen 100 Meter, bei den überesten, als ich es durchsuchte, wahr der Kinderwagen zum GLÜCK leer….

    Alle die eigene Kinder haben, können sich ein wenig in meine sitwation versetzen, allen anderen, macht euch Gedanken zur Weissen Sicherheitslinie…

  13. ich hatte vor Jahren auf meinem Arbeitsweg eine Barriere, und diese ist regelmässig geschlossen. Eines Morgens kletterte ein Mann über diese Barriere und lief seelenruhig über die Gleise; und dann kam ein Zug herangebraust, während sich dieser Typ immer noch auf den Gleisen befand. Ich habe mich dann ein bisschen umgeschaut wie die Leute reagieren, und alle haben sich umzudrehen begonnen; man möchte ja nicht sehen wie übel einer zugerichtet wird wenn er von einem Zug erfasst wird. Auf jeden Fall hat er es dann tatsächlich über die zweite Abschrankung geschafft und ist dort so seelenruhig wie zuvor weitergelaufen…

  14. Liber Herr Leutwyler

    Vielen Dank für diesen Blogpost, super geschrieben! Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und an die Zivilcourage aller Personen auf dem Peron/Bahnhof appellieren. Viele haben hier in einem Kommentar geschrieben: „Ich habe mal gesehen wie…“ aber wie viele haben danach auch wirklich das Maul aufgemacht und demjenigen gesagt, dass das Überqueren der Geleise einfach gefährlich/verboten ist. Ich sags nochmal, super Blogpost und meine ergänzende Meinung an alle: Macht die Leute, die den Fehler machen, darauf aufmerksam das Sie etwas gefährliches/verbotenes gemacht haben und nicht einfach für sich selbst denken – was für ein Idiot.

  15. Vielen Dank Herr Leutwyler für Ihren Bericht!
    Ich arbeite nicht bei der SBB, habe aber KEIN VERSTAENDNIS für irgendjemanden der sein Leben in Gefahr bringt! Würde mir NIE im Traum einfallen Gleise zu überqueren, wenn es doch Unterführungen gibt. Naja, dann verpasse ich halt den Zug, kommt ja nochmals einer und wenn ich den letzten Zug verpasse, dann habe ich hoffentlich eine Lektion gelernt und bin das nächste Mal früher da und muss nun halt die Kosten für ein Taxi oder Hotel in Kauf nehmen und/oder jemanden Anrufen um mich abzuholen.
    Ich habe ‚Mitleid‘ (finde kein passenderes Wort) mit allen Lokführern, die solche Stress-Situationen erleben müssen und im schlimmsten Falle ein Leben lang mit den Erinnerungen leben müssen. Vielen Dank für die Arbeit die Sie täglich verrichten! Danke auch, dass sie genug Zivilcourage haben die Leute anzusprechen und gegebenfalls sogar ‚bestrafen‘ zu lassen! Nochmals Danke! Ein öV-Benutzer :)

  16. Herzlichen Dank für diesen sensationellen Artikel und den zahlreichen Kommentare. Dieser Artikel müsste eigentlich Pflichtlesestoff an den Schulen werden.

  17. Sorry Zivilcourage ist/war wohl nicht ganz das richtige Wort. Einfach danke, dass Sie etwas unternehmen!

  18. Herzlichen Dank für all die wohlwollenden und interessanten Kommentare
    und Ergänzungen. Offenbar bewegt das Thema nicht nur mich. Es tut gut zu
    sehen, wie viel Verständnis und Unterstützung uns Lokführer/innen und
    anderen Betroffenen entgegengebracht wird!

Kommentarfunktion wurde geschlossen

Alle Kommentare anzeigen