Hinter den Kulissen der SBB Reiseplaner App.

Wie oft werden Nutzer von gängigen Apps um konstruktives Feedback gefragt? Im Normalfall eher selten. Aber genau dies ist die Idee der SBB Reiseplaner App, welche seit Beginn zusammen mit Nutzern entwickelt wird. Das Ziel ist eine App, die genau den Bedürfnissen der Pendler und Reisenden entspricht.

Und diese Vorgehensweise scheint Früchte zu tragen. Seit der Lancierung der App im Dezember 2016 wurde sie schon über 40 000 Mal heruntergeladen und wird täglich von hunderten Reisenden genutzt. «Die Nutzungszahlen überschreiten unsere Erwartungen um ein Vielfaches», bestätigt Philipp Leimgruber, der Hauptverantwortliche für die SBB Reiseplaner App.

Aber auch nach der Lancierung wird die App kontinuierlich weiterentwickelt. Tagtäglich sammelt das Team um Philipp Feedback aus verschiedensten Quellen. Seien es Kommentare von Nutzern der SBB Preview Community, Bewertungen in den App Stores oder einzelne E-Mails – alle Inputs werden gleich ernst genommen. Die Experten bündeln diese wertvollen Inputs thematisch und priorisieren sie je nach Häufigkeit oder Umsetzungsmöglichkeit.

Das Team hinter der SBB Reiseplaner App.

Kürzlich hatte ich die Möglichkeit, das Team von SBB Mitarbeitenden an ihrer wöchentlichen Sitzung näher kennenzulernen. In einem sonnigen Sitzungszimmer im Berner Monbijou-Quartier treffen sich Philipp, Jenny, Lucie und Fabio jeweils zu ihrem «Deep Dive Meeting», wo sie sprichwörtlich in die Materie eintauchen. Dort bespricht Philipp mit seinem Team die neusten Nutzer-Feedbacks und schmiedet Pläne, wie die App weiterentwickelt werden soll.

Mit von der Partie ist Lucie, verantwortlich für die Strukturierung und Gestaltung der eigentlichen Benutzeroberfläche der App. Unter ihr Hoheitsgebiet fallen auch die verschiedenen Abläufe, die Nutzer beispielsweise bei einer Anfrage durchspielen. Im Fachjargon nennt man ihren Bereich «User Experience». Ich merke rasch, dass sich Lucie mit der SBB Reiseplaner App intensiv auseinandersetzt. Denn sie kennt jeden Screen wie ihren eigenen Hosensack.

Jenny schaut, wie die Entwickler den Anforderungen an die App gerecht werden können. Wie passen die neuen Features in den Zeitplan, und wann wird das Update für die Nutzer verfügbar sein? Als Business Analystin hat sie auch einen Gesamtüberblick über die zahlreichen Partner, die an die Reiseplaner App angebunden sind. Denn bei jeder Suchanfrage werden Daten zwischen den Schnittstellen hin- und hergeschickt – sei es die Verfügbarkeit von Mobility-Fahrzeugen oder Velos und E-Bikes von   PubliBike.

Wenn jemand den Fussweg von Locarno nach Basel berechnen würde…

Für die Kombination der verschiedenen Verkehrsmittel in der App ist Fabio der richtige Ansprechpartner. Er analysiert die verschiedenen Möglichkeiten und Kundenwünsche. Das Thema an der heutigen Sitzung widmet sich der Fussweg-Geschwindigkeit, welche die App ausgibt. Könnte es sein, dass die App zu optimistische Zeiten angibt? Theoretisch ist es möglich, in 35 Stunden und 42 Minuten von Locarno nach Basel zu wandern. Praktisch ist es aber eher weniger, denn über die 178 Kilometer kommt man auf eine Gehgeschwindigkeit von knapp 5 Kilometer pro Stunde… Fabio weiss, dass die Entwickler Standardwerte hinterlegt haben – diese entsprechen jedoch nicht immer der Realität.

Auf vielfachen Wunsch der Community soll es in der App also möglich sein, die Grundgeschwindigkeit fürs Gehen und Velofahren individuell und auf sinnvolle Weise festzulegen. Denn nicht jeder geht so schnell wie ein Zürcher Banker, und bergauf zu wandern geht normalerweise etwas gemächlicher vonstatten als bergab.

Was nach einer trivialen Anforderung tönt ist in der Umsetzung weit komplexer. Zum Glück kann das Projektteam auf bestehende Erkenntnisse aufsetzen. Fabio zitiert eine ETH-Studie zur Gehgeschwindigkeit in Schweizer Städten und zeigt eine Formel, wie diese Hürde in der Entwicklung überbrückt werden kann.

Die Ansprüche von Nutzern der Reiseplaner App stehen bei der Umsetzung von neuen Funktionen immer im Vordergrund. Denn was nützt eine aufwendige Programmierung, wenn die Lösung am Schluss nicht einfach und leicht verständlich daherkommt? Aus Sicht der Benutzerfreundlichkeit weiss Lucie ganz genau, ob Nutzer einen Regler lieber schieben oder anklicken würden. Oder wo sie auf der Oberfläche eine Funktion suchen würden.

Lucie hat die Funktion bereits skizziert und zeigt dem Team, wie diese in der App künftig konkret aussehen wird.

Auf dem Sitzungstisch liegen fünf Smartphones verschiedener Generationen und Betriebssysteme. Denn bei jeder Weiterentwicklung ist es wichtig, dass die App sowohl auf kleinen wie auf grossen Bildschirmen, auf iPhones wie auf Android-Geräten einwandfrei funktioniert.

Schon vor der Lancierung habe ich die Entwicklung der SBB Reiseplaner App mitverfolgt, wobei ich noch nie eigene Ideen eingebracht habe. Ich benutze die App regelmässig und schätze daran besonders, wie sie meine Fahrtwege unter Einbezug aller möglichen Verkehrsmittel berechnet. Nach dem Blick hinter die Kulissen weiss ich, wo meine Verbesserungswünsche landen werden: Auf dem Projekttisch von Philipp, Lucie, Jenny und Fabio…

Weitere Informationen zum  SBB Reiseplaner.

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