Minus 33 Grad in Olten. Oder wie sich die SBB sonst noch für den Winter wappnet.

Hast du gewusst, dass in Olten Temperaturunterschiede von gegen 100 Grad möglich sind? Das hat jedoch wenig mit meteorologischen Verrücktheiten zu tun, sondern vielmehr mit Hitze und Kälte, die künstlich erzeugt werden. Im Industriewerk Olten nämlich betreiben wir eine so genannte Klimakammer – eine über 30 Meter lange Halle, in der Schienenfahrzeuge bei Temperaturen bis zu -33 und +60 Grad einen gründlichen Härtetest durchlaufen.

Denn wir wollen wissen, ob unsere Lokomotiven und Wagen fit genug sind, wenn es im Sommer wie dieses Jahr richtig heiss und im Winter zünftig kalt wird. Im Zentrum stehen natürlich Härtetests an den Zügen von SBB Personenverkehr, hier kann sogar die Anwesenheit von Fahrgästen simuliert werden. Oberstes Ziel: Die Reisenden sollen in möglichst angenehm geheizten oder gekühlten Fahrzeugen unterwegs sein. Gerade Klimaanlagen müssen bei allen Witterungen funktionieren. Aber auch andere wichtige Komponenten eines Zuges wie Türen, Trittbretter, Kupplungen, Scheibenwischer oder das Signalhorn dürfen den Geist nicht aufgeben, wenn draussen sibirische Verhältnisse herrschen.

Nebst Personenzügen werden in der Klimakammer aber auch andere Fahrzeuge getestet, z.B. Lösch- und Rettungszüge, Lokomotiven oder Schienenkrane. Sogar Lastwagen oder Container rollen dann und wann in die Klimakammer, um sich einem gründlichen Härtetest zu unterziehen.

Am besten, machst du dir selber ein Bild der SBB Klimakammer – Fellmütze und Handschuhe sind in diesem Beispiel jedoch ein Muss!

Nebst der Klimakammer arbeiten wir übrigens an vielen anderen Fronten, um für die kalte Jahreszeit parat zu sein. Das SBB Lagezentrum in Bern etwa steuert schweizweit 360 Mitarbeitende und sorgt dafür, dass die Züge auch bei Schneetreiben fahren und die Kunden pünktlich und sicher an ihr Ziel gelangen.

Schaufeln, pflügen, salzen, wischen gehören dabei zu den Arbeiten des Winterdiensts. Damit beispielsweise die Weichen nicht vereisen und auch bei Minustemperaturen gestellt werden können, werden sie beheizt. Rund die Hälfte aller Weichen sind mit einer Heizung ausgestattet, das entspricht rund 7400 Anlagen. 38 Prozent der Weichenheizungen werden mit Gas und 62 Prozent elektrisch betrieben. Sie schalten sich automatisch ein und aus – je nach Daten der Wetterstation und den Temperatursensoren an den Schienen.

Auch wenn die Vorbereitung noch so gründlich ist – Schnee und Eis können zu Verspätungen führen. Wegen Eisschlaggefahr zum Beispiel kann das Lagezentrum der SBB die Geschwindigkeit der Züge anpassen. und auch das Ein- und Aussteigen dauert in der Regel länger als an schnee- und eisfreien Tagen.

 

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