Mit kühlem Kopf in den Sommer.

Der Sommer ist zurück: Bei Hitze gilt, wie bei vielem anderen auch: gute Vorbereitung ist das A und O. Damit also die Züge auch während der heissen Tage gut unterwegs sind, braucht es von den Mitarbeitenden der Instandhaltung jeweils einen grösseren Effort.

Wo wir früher noch mit einem speziellen Team «Sommervorbereitung» unsere Flotte für die jährliche Hitzeperiode, d.h. für Aussenlufttemperaturen von über 25°C fit gemacht haben, sind wir heute im normalen Betrieb in der Lage die Störungen an den Klimaanlagen auf erfreulich tiefem Niveau zu halten. 2015 waren im Durchschnitt etwa 13 Klimageräte pro Tag gestört. Bezogen auf den flottenweiten Einsatz von 6500 Klimageräten entspricht dies einer Fehlerquote von 0.2%. Das heisst über 99% der SBB Klimageräte funktionieren an einem durchschnittlichen Tag einwandfrei.

Fest steht, dass immer mehr SBB Züge klimatisiert auf den Schienen rollen, was den Fahrkomfort erhöht und die Reisenden freut. Ein paar Zahlen dazu: 2009 waren rund 4400 Klimageräte im Einsatz, sprich ein bis zwei Geräte pro Wagen. Gegenwärtig sind etwa 6500 Geräte in Betrieb, d.h. heute sind etwa 90% aller SBB Fahrzeuge mit Klimaanlagen ausgestattet. Bis 2020 möchten wir rund 95% aller Züge mit Klimageräten versorgen und so für angenehme Reisetemperaturen sorgen.

Übrigens, es gibt grundsätzlich zwei Arten von Klimagerätetypen bei uns: Kompaktklimageräte vereinen alle Funktionen des Heizens, Lüftens und Kühlens (HLK) in einer Einheit, die zentral angeordnet und rasch getauscht werden kann. Split-Klimageräte bestehen aus mindestens zwei Geräteteilen – einem Luftbehandlungs- und einem Kälteerzeugungsteil. Diese sind örtlich getrennt voneinander angeordnet, zumeist im Dach- und Unterflurbereich, und mit Kälteleitungen verbunden, um die gewünschten HLK-Funktionen zu erzeugen.

Seit Anfang der 2000er-Jahre stagniert die Anzahl im Einsatz befindlicher Split-Klimageräte. Demgegenüber wächst die Anzahl von Kompaktklimageräten – wie oben bereits erwähnt – kontinuierlich.

Zum Schluss noch ein weiterer Aspekt: Mit den Kompaktklimageräten konnten wir in den letzten Jahren die Kältemittelfüllmengen bzw. deren Verbrauch im Vergleich zu ähnlichen Split-Geräten deutlich reduzieren und somit eine positiven Beitrag für unsere Umwelt leisten. In dem wir neuerdings in einigen Fahrzeugen die Kälteanlagen auch im Winter als Wärmepumpe nutzen sowie die Aussenluftzufuhr an den tatsächlichen Personenbesetzungsgrad der Fahrzeuge anpassen, können wir den Energieverbrauch für die Klimatisierung trotz des kontinuierlichen Zuwachses an Geräten in den letzten Jahren beibehalten bzw. sogar leicht reduzieren.

Etwas noch: Trotz den aktuell hohen Aussentemperaturen kühlen wir im Durchschnitt die Fahrgasträume nicht stärker als 7 Grad unter die Aussenlufttemperatur ab, um einerseits unseren Fahrgästen grosse Temperaturwechsel zu ersparen und andererseits auch hier den Energieeinsatz in vernünftigen Relationen zu halten.

Falls es Euch dann doch einmal etwas zu warm im Wagen sein sollte, dann könnt Ihr gern das Zugpersonal bitten, die Temperatur herabzusetzen. Die meisten unserer Fahrzeuge verfügen über eine Wähleinrichtung mit der man, wenn auch für einen begrenzten Zeitintervall, die Innentemperatur um bis zu 2 Grad reduzieren kann.

 

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8 Kommentare zu “Mit kühlem Kopf in den Sommer.

  1. 5 Grad unter Aussentemperatur? Das erklärt einiges. Somit muss ich mich nicht wundern dass ich gestern im 1. Klass Abteil ins Schwitzen kam. Entschuldigung, aber bei 35 Grad Aussentemperatur ist 30 Grad im Wageninnern leider nicht sehr angenehm, sondern wie ein Backofen. Hier erwarte ich eine deutlich abgesenkte Innentemperatur sonst ist das Reisen nicht mehr sehr angenehm. Der Temperaturunterschied beim Aussteigen ist mir eigentlich egal, aber für den Preis den ich für mein 1. Klasse GA bezahle darf ich doch auch ein angenehmes Reisen erwarten!

  2. Also in vielen Zügen ist es leider so kalt, dass man was überziehen muss und wenn man aussteigt, erschlägt der Temperaturunterschied einen fast….. Weniger ist manchmal mehr.

    1. Vielen Dank, Tanja, für Deinen Kommentar. Wenigstens bin ich nicht der Einzige, der so empfindet.
      Ich würde aber darauf wetten, dass all jene, die sich jetzt über die Hitze beschweren, im Winter dann mit dem Flugzeug in wärmere Gefilde reisen und damit die Klimaerwärmung, die sie hier dann stört, noch helfen voranzutreiben.

  3. Da frage ich mich, warum ich nach der Zugfahrt am Sonntag nun mit einem schrecklichen Husten zu kämpfen habe. Der Zug war kalt wie ein Kühlschrank.
    Nicht alle Leute mögen diese Kälte. Mir wäre es lieber gewesen im Backofenabteil von Ivo Hahn zu fahren.
    Ich glaube die 5°C unter Aussentemperatur sind ziemlich untertrieben.
    Leider aber habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie SBB ihre 2.Klasse-Fahrgäste nicht besonders mag. Vielleicht ein kläglicher Versuch uns loszuwerden?

  4. Die Zürcher S-Bahnen könnte man bei 35°C ja mit „Ich bin auch eine Sauna“ oder „Damit du da bist, wo deine Sauna ist“ beschriften.

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