Bellinzona – die Stadt der Türme.

Früh morgens im Zug von Bern nach Zürich: Die Pendler sind auf dem Weg zur Arbeit und meine Mama und ich finden nur noch einen Platz in der Ruhezone. Glaubt mir – keine gute Idee, wenn meine gesprächige Mama und ich unterwegs sind. Schreiben wir einander halt WhatsApp-Nachrichten und üben uns in der Kunst der nonverbalen Kommunikation, um die ersten Neuigkeiten auszutauschen.

Die Reise.

Wir sind auf dem Weg in den Süden. Endbahnhof Bellinzona, die Stadt der Türme, in der mittelalterlicher Charme auf modernes Dolce Vita trifft. Schon lange wollte ich die Stadt mit den drei Burgen, die seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, besuchen. Und da es zu zweit viel mehr Spass macht, plane ich kurzentschlossen einen Mutter-Tochter-Ausflug.

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Mitfahrbillett

Beim Umsteigen in Zürich rüsten wir uns mit Kaffee und Gipfeli für die etwas mehr als zweistündige Fahrt nach Bellinzona aus. Vorbei am Zuger- und Vierwaldstättersee und durch die Gotthardregion geht es Richtung Tessin. Wir quatschen und träumen mit Blick aus dem Zugfenster. Es geht rein in den Kehrtunnel und während sich der Zug um Wassen schlängelt, bestaunen wir das berühmte «Chileli» von drei verschiedenen Seiten. Obwohl man schon bald auch «direttissima» durch das Gotthardmassiv fahren kann, ist und bleibt die Bergstrecke etwas Besonderes.

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Die Burgen von Bellinzona.

In Bellinzona angekommen, spazieren wir durch die Gassen der Altstadt und staunen über die schönen alten Gebäude und die zeitgemässen Bauwerke. Man merkt schnell, hier fliessen Vergangenheit, Tradition und Moderne auf wunderbare Art und Weise zusammen. Die Stadt ist umgeben von der mächtigen Stadtmauer, den Türmen und den drei Burgen Castelgrande, Montebello und Sasso Corbaro. Durch ihren Standort am Fuss der Alpen hat die Stadt in der Vergangenheit eine strategische Bedeutung für den Handel und zur Kontrolle der angrenzenden Täler und Alpenpässe gehabt. Während der «Mailänder Phase» (1473-1486) haben die Römer die Burgen zur Verteidigung aufgerüstet. 1499 wurde die Stadt von den Franzosen eingenommen. Im Frieden von Arona ging die Stadt 1503 endgültig an Uri, Schwyz und Nidwalden über.

Als erstes besuchen wir das Castelgrande. Ihren Ursprung hat die Burg in verschiedensten Epochen. Wir sind beeindruckt wie gut erhalten sie noch ist. Die Anlage wurde mehrmals renoviert und vor kurzem restauriert. Von hier hat man einen guten Ausblick auf die Murata (Stadtmauer), auf Weinreben und Palmen rund um die Burg und die kleinen Häuser in Gelb, Rosa und Hellblau.

Nach dem Besuch des Castelgrande machen wir es uns im Ristorante Albergo Croce Federale gemütlich und geniessen eine leckere Pizza. Das Essen ist fantastisch und die Preise vergleichsweise tief. Ein Glückstreffer!

 

Nach meiner Pizza Tartufo freue ich mich auf einen Spaziergang. Hoch geht es jetzt auf verschlungenem Pfad, vorbei an hübschen kleinen Häusern und blühenden Bäumen zur Burg Montebello. Der Name ist Programm: Auf dem 90 Meter hohen Hügel angekommen, geniessen wir eine wunderbare Aussicht über die ganze Stadt. Das Castelgrande kann man hier von oben betrachten und die Sasso Corbaro thront mächtig, in nicht allzu weiter Entfernung im Nebel. Auf der Wiese im äusseren Hof stehen alte Olivenbäume. Es ist ein mystischer Ort. Im Inneren der Burg gibt es ein kleines Museum, wo man mehr zur Geschichte der Burg erfahren kann.

Ein schmuckes Städtchen.

Wir machen uns auf den Rückweg in die Altstadt. Auf der Piazza Collegiata geniesst man bei schönem Wetter ein Gelato oder Cappuccino mit Aussicht auf die wunderschöne Kirche Collegiata die Santi Pietro e Stefano. Von Gelati träumen wir heute nur, denn wir sind noch mehr als satt von unserer Pizza und das Wetter zeigt sich leider auch nicht von seiner besten Seite. Da statten wir doch der katholischen Collegiata-Kirche noch kurz einen Besuch ab. Diese wurde in der Renaissance gebaut und ist mit zahlreichen Stuckaturen und Gemälden prunkvoll ausgestattet. Hübsche Blumendekorationen schmücken die Kirche noch zusätzlich.  Wir setzen uns auf die altehrwürdigen Kirchenbänke und geniessen einen Moment der Stille.

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GVLQ6278Langsam wird es Zeit die Heimreise anzutreten. Wieder im Zug bin ich etwas wehmütig: Wie gerne wäre ich noch einen Tag länger geblieben, um Bellinzona noch besser kennenzulernen. Eines ist sicher: Das war nicht mein letzter Besuch in dieser geschichtsträchtigen und schmucken Stadt. Denn es gibt hier noch so Einiges zu entdecken. Wie zum Beispiel der bekannte Samstagsmarkt auf der Piazza Nosetto mit seinen Tessiner Spezialitäten, oder die Burg Sasso Corbaro und zahlreiche Gässchen, alte Paläste und Kirchen.

Weitere Ausflugs-Möglichkeiten bei einem längeren Aufenthalt in der Region: Bei schönem Wetter lohnt sich ein Besuch des italienischen Städtchens Luino mit seinem berühmten Wochenmarkt. Bei schlechtem Wetter empfiehlt sich ein Besuch der Factory Stores im FoxTown in Mendrisio. Dort kann man Produkte von zahlreichen Luxusmarken zu Outlet-Preisen shoppen.

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28 Artikel

Ein Kommentar zu “Bellinzona – die Stadt der Türme.

  1. Ein herrlicher Reisebericht.Ich war schon öfters mit dem GA im Tessin.Ist jedesmal wunderschön Habe auf meiner FB-Seite unter Fredy Hunziker 3 Alben mit Fotos von meinen Zugreisen mit dem GA.Bei Intresse einfach Freundschaftsanfrage senden.Würde mich freuen.
    Gruss Fredy

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