Mobile Reinigung im Zug.

Hallo Dr. Bahnsinn

Sind nun eure Züge doch dreckiger, als ihr immer behauptet? Oder wieso reinigt ihr sie nun auch unterwegs?

Gruss
Luc

Hallo Luc

Heute schon wird jeder Fernverkehrszug drei bis fünf Mal täglich gereinigt. Wir möchten aber noch mehr dafür tun, dass sich unsere Kundinnen und Kunden wohl fühlen. Deshalb starten wir einen schweizweiten Versuch auf den wichtigsten Linien: Ab Lausanne und Zürich sind mobile Reiniger unterwegs, welche für die Kontrolle der Sauberkeit in den Toiletten und deren Reinigung, für das Einsammeln von PET-Flaschen, Kaffeebechern sowie Zeitschriften und für die Leerung von Abfalleimern in den Zügen verantwortlich sind. Die rot uniformierten Mitarbeitenden der mobilen Reinigung unterstützen die Reisenden auch beim Verstauen von Gepäckstücken und stehen für generelle Auskünfte zur Verfügung.

Wir haben letzten November zwischen Lausanne und Genf Flughafen schon einmal ausprobiert, wie dieser Service bei den Reisenden ankommt. Die Reaktionen waren so positiv, dass wir nun weitergehen und auf täglich 90 bis 95 Zügen (vor allem im Fernverkehr) testen, wie das breite Publikum reagiert. Begleitet wird der Versuch von einer Marktforschung, damit wir Ende Jahr entscheiden können, ob wir die mobile Reinigung nach Februar 2014 weiterführen oder gar ausdehnen.

In der ganzen Schweiz sind 800 Mitarbeitende in der Zugsreinigung tätig. Das ist nur ein Teil der Reinigungsstrategie: Die Leistungen werden an das steigenden Passagieraufkommen und den Kundenbedürfnissen angepasst. Dazu kommen zusätzliche Services wie die Beklebung der Toiletten im Fernverkehr und die mobile Reinigung. Ausserdem werden im Mai die fünf grössten Bahnhöfe der Schweiz mit den neuen Abfalltrenn­stationen ausgerüstet, damit die Reisenden den Abfall aus dem Zug auf dem Perron getrennt entsorgen können.

Vielleicht fragst du dich auch, wieso es so schwierig ist, Züge zu reinigen. Da kommt einiges zusammen: Die so genannten Wendezeiten (Zeit zwischen Ankunft am Bahnhof als Endstation und neuer Fahrt) sind sehr kurz, die Reinigung ist durch die engen Platzverhältnisse erschwert. Oft wird auch im Gleisfeld gereinigt, sprich dort, wo die Züge auf ihren nächsten Einsatz warten. Das heisst dann, dass die Reiniger ihr ganzes Material über den Schotter schleppen müssen – das ist Knochenarbeit. In der Nacht bleibt auch nicht viel Zeit für die Reinigung, die Fahrzeuge müssen auch unterhalten werden und verfügbar sein – zum Beispiel am Wochenende für den Nachtverkehr.

Dann haben sich auch die Gewohnheiten verändert: Heute wird häufig im Zug gegessen und der Papierberg der (Gratis-)Zeitungen ist beeindruckend. Jedes Jahr sammeln wir 1 300 Tonnen Papier in den Zügen zusammen und entsorgen 5 800 Tonnen Abfall.

Gute Fahrt, dein Dr. Bahnsinn

 

Was ist ein Stellwerkstörung, warum gibt es einen Nachtzuschlag und können Frauen auch Lokführer werden? Doktor Bahnsinn beantwortet deine Fragen im SBB Blog. Hast du eine Frage an Doktor Bahnsinn? Schreib ein Mail an doktor.bahnsinn@sbb.ch

Autor

Dominique Rast
Dominique Rast

3 Kommentare zu “Mobile Reinigung im Zug.

  1. feputz schrieb am :

    Hallo,

    ich ärgere mch oft über schmutzige Fenster in den Zügen und würde mich am liebsten melden für tägliche Fensterreinigung. Ich würde es günstig machen.
    Für andere Reinigungsarbeiten bin ich nicht geeignet.
    Wo kann ich mich melden?

  2. Patrik schrieb am :

    Teppichreinigung natürlich auch sehr wichtig. Gilt aber genauso bei Sitzreinigung in den Zügen Manchmal etwas schwer die Kaugummis weg zu bekommen.

  3. Pingback: 24-Stunden-Kundenhotline Bahnhöfe. | SBB Blog.

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