Klassische Schönheit.

Für einen Tag eintauchen in die wunderbare weisse Welt der Gemmi in den Berner Alpen. Die historische Strecke zwischen Sunnbüel und Gemmipass lädt zu einer knapp vierstündigen, hochalpinen Passwanderung in märchenhafter Schneelandschaft.

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Winterwandern auf der Gemmi.

«Etwas vom Schönsten!» hörten wir in der Vergangenheit immer wieder und machen uns winterlich ausgerüstet auf nach Kandersteg, um über die Gemmi zu spazieren. So viel sei vorweggenommen: Die Wanderung über die historische Route vom Berner Oberland ins Wallis ist wirklich etwas vom Schönsten. Natürlich muss man für die Gemmi nicht ab Kandersteg starten, sondern könnte dies genauso gut von Leukerbad aus. Die Bergwanderung ist in beide Richtungen beeindruckend und auch für Familien geeignet. Ab beiden Orten bringt eine Bahn Wanderer und Wintersportler in die Höhe. Doch während es ab Leukerbad mit Start am Gemmipass gemächlich die Gemmi bergab geht, gewinnt man von der anderen Seite mit der Zeit an Höhenmetern. Deswegen: Wer es sportlich mag, der geht die Gemmi ab Kandersteg.

 

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So haben auch wir uns für den Weg ab dem Berner Oberland entschieden, fahren vom Bahnhof Kandersteg mit dem Bus bis zur Talstation Sunnbüel und gondeln uns mit der Luftseilbahn und Blick auf das wildromantische Gasterntal hoch auf 1936 Meter über Meer in eine winterliche Märchenlandschaft: Skifahrten, Langläufe und Skitouren sind von Dezember bis Ende April auf dem Hochplateau Sunnbüel möglich. Wir aber nehmen heute von hier den historischen Weg zum Gemmipass in Angriff, der bereits vor einigen hundert Jahren eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen den Kantonen Bern und Wallis war. Wann genau man damit begann, das Wallis – vor allem wegen der warmen Quellen in Leukerbad – zu erreichen, lässt sich nicht mehr genau festlegen. Gesichert scheint, dass es spätestens Anfang des 13. Jahrhunderts war.

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Die drei- bis vierstündige Wanderung gehört zu den eindrucksvollsten Wintererlebnissen.

Historisches erleben.

Seit vielen Jahrhunderten also verbindet jenes Hochtal von Sunnbüel bis Gemmipass die Dörfer Kandersteg und Leukerbad. Heute gilt die Gemmi laut Schweiz Tourismus als «Klassiker der Schweizer Wanderwege». Das erste Stück dieses Klassikers ab der Bergstation Sunnbüel nehmen wir mit dem Schlitten. Es geht herrlich bergab, vorbei an verschneiten Baumwipfeln zur Spittelmatte – eine Hochebene, umsäumt von Felsen, knorrigen Lärchen, Bachläufen und Schneebergen. Unterwegs auf den heute präparierten Schneewegen im Sonnenschein wird einem das Herz ganz weit. Zu schön ist der Anblick von Altels, Balmhorn, Steghorn und Rinderhorn, die sich beidseits des Hochtals erstrecken und sich scharf gegen den strahlend blauen Himmel abzeichnen. Ob Säumer mit ihren Maultieren, englische Touristen oder Prominente wie der französische Schriftsteller Alexandre Dumas, der amerikanische Schriftsteller Mark Twain und der spanische Maler Pablo Picasso: Alle hatten in den letzten Jahrhunderten diese gleiche Aussicht. Einige von ihnen sind nach einem kleinen Anstieg von der Spittelmatte im Berghotel Schwarenbach eingekehrt, das in der Mitte der Gemmi liegt. 1742 als Zollstation gebaut, verbindet es das Berner Oberland mit dem Wallis.

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Wer nicht die ganze Strecke laufen mag, nimmt einfach den Schlitten mit. Es gibt genügend Stellen zum Runterschlitteln – von beiden Seiten.
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Im Berghotel Schwarenbach haben schon Persönlichkeiten wie der französische Schriftsteller Alexandre Dumas, der amerikanische Schriftsteller Mark Twain und der spanische Maler Pablo Picasso übernachtet.

«Der Gemmipass ist für alle. Er ist gangbar für Drei wie auch Hundertjährige», sagt Gastwirt Peter Stoller, während er uns Rösti mit Spiegelei und feine Gerstensuppe serviert. Peter Stoller ist bereits auf der Gemmi geboren. Bis auf drei Sommer war er immer im Schwarenbach, das er von seinem Vater übernommen hat. Egal ob frische Kuchen, hausgemachte Suppen, feine Käseschnitten: «Wir machen die Sachen, von denen wir wissen, dass wir es können. Und dafür bekommen wir regelmässig Komplimente», sagt Peter Stoller. Doch oben auf dem Pass muss man einfach auch damit rechnen, dass man nicht immer alles haben kann. Manchmal verhindert das Wetter eine Lieferung oder der Ansturm war bei gutem Wetter grösser als erwartet.

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«Der Gemmipass ist für alle. Er ist gangbar für Drei- wie auch für Hundertjährige», sagt Peter Stoller, Berghotel Schwarenbach.
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Zmittag im Schwarenbach: frische Gerstensuppe.

Weisse Weite.

Nach einem feinen Zmittag im Schwarenbach geht es weiter – und höher. Durch die typische verschneite Rundhöckerlandschaft gelangen wir nach einem kurzen steilen Anstieg über den Seestutz zum Daubensee. Das Ankommen ist eindrücklich: Denn wohin die Augen auf dem Plateau rund um den Daubensee auch blicken – sie sehen weiss. Die Umgebung ist so hell, dass es vor den Augen flimmert. Später verrät uns David Kestens von Leukerbad Tourismus: «Der Daubensee ist im Winter eigentlich gar kein See, sondern nur ein Loch mit Schnee. Wasser kommt dort erst wieder rein, wenn der Schnee schmilzt – dann ist es der grösste natürliche See im Wallis. Man kann also auch im Winter darüber laufen ohne Angst zu haben, dass das Eis einbricht.»

Über den Blockhang geht es – die Walliser Bergriesen vor uns – weiter zur Gemmipasshöhe. Was für eine Aussicht! Von der Sonnenterrasse des Bergrestaurants Wildstrubel mit der angrenzenden Aussichtsplattform zehn Meter über die Felswand hinaus blicken wir auf das rund 900 Meter tiefer liegende Leukerbad und gen Süden auf die mächtigen Walliser Alpen. Wer Glück hat, erspäht sogar Bartgeier, Gemsen oder Steinböcke. Mit der Luftseilbahn geht es dann in fünf Minuten hinunter nach Leukerbad, wo etliche Thermalbäder mit warmen Quellwasser für Entspannung warten.

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Aussicht auf die Walliser Alpen von der Plattform am Gemmipass.

Unsere Tipps:

Landgasthof Ruedihus
«Suure Mocke» oder «Schnifu Buurehamme»? Wer nach der Wanderung über den Gemmipass noch in Kandersteg einkehren möchte, verspeist im Landgasthof Ruedihus in heimeligem Ambiente traditionelle Schweizer Gerichte aus dem Berner Oberland. Mit seiner verzierten Fassade und der urchigen Einrichtung ist das Chalet ein Bijou.

Skigebiet Sunnbüel
Die Luftseilbahn bringt auch Skifans auf knapp 2000 Metern über Meer ins Wintersportgebiet Sunnbüel mit seinen sechs Kilometern präparierten leichten bis mittelschweren Pisten. Familien, gemütliche Skifahrer und Anfänger kommen hier voll auf ihre Kosten.

Alpentherme & Spa Leukerbad
Direkt am historischen Dorfplatz liegt eine der vielen Bäder-Oasen Leukerbads: Von Bergriesen umgeben entspannt man in der Alpentherme & Spa Leukerbad im und um das Wasser der alpinen Quellen. Das Walliser Saunadorf und die Thermalbäder mit fantastischem Blick runden das Angebot 365 Tage im Jahr entspannungsreich ab.

 

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titel_via_dez_jan_kleinDieser Artikel erschien in der Dezember-Januar-Ausgabe 2016/2017 der Zeitschrift via. Das Magazin des öffentlichen Verkehrs ist an (fast) jedem Bahnhof kostenlos erhältlich.

Fotos: Thomas Andenmatten

 

 

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