Die Zukunft der Mobilität ist jetzt.

Die moderne Mobilität, wie wir sie heute kennen, ist historisch gewachsen. Von der ersten Eisenbahn und der Erfindung der Draisine kurz vor der industriellen Revolution bis zu Henry Fords Model T in 1908 verging genau ein Jahrhundert. Ausser technologischen Fortschritten hat sich an den Fortbewegungsmitteln Fahrrad, Auto und Bahn seither nicht mehr viel verändert. (Die viel versprochenen Hoverboards bleiben bis heute eine Utopie.)

Als Vertreter der Generation X wurde ich in diese Mobilitätsstruktur gewissermassen hineingeboren. Im Alltag fährt man für kurze Strecken Velo, über Land benutzt man das Auto, und an den Wochenenden verreist man mit dem Zug. Was wäre aber, wenn wir als fortschrittliche Gesellschaft für einmal den «Reset»-Knopf drücken und unsere Bedürfnisse für Mobilität von Grund auf hinterfragen und neu definieren könnten?

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«SBB Green Class» erlaubt genau das.

Als Forschungsteilnehmer im Projekt «SBB Green Class» erhalte ich für ein Jahr lang eine Auswahl an Transportmöglichkeiten, die mir frei zur Verfügung stehen: Unbegrenzte Nutzung der Bahn in der 1. Klasse, ein persönliches Elektroauto samt Versicherung, Stromkosten und einem Parkplatz am Bahnhof, sowie Abonnemente für Mobility und PubliBike. Als Gegenleistung erkläre ich mich damit einverstanden, dass eine spezielle Mobilitäts-App meine Verhaltensmuster aufzeichnet und dem ETH-Forschungsteam zur Auswertung zur Verfügung stellt.

Mit jeder Wahl zwischen eigenem oder gemietetem Auto, Zug oder Fahrrad helfe ich quasi mit, das Mobilitätsverhalten der Schweiz im 21. Jahrhundert zu erforschen und grundlegend neu zu definieren. Denn die Forschungsergebnisse werden aufzeigen, welcher Mix an Transportmöglichkeiten jemand mit meinem Nutzerprofil bevorzugt. Will ich möglichst schnell, möglichst bequem oder vielleicht lieber möglichst umweltschonend von A nach B gelangen? Hier liegt der springende Punkt: Die mobile App zeigt in Echtzeit den Verbrauch an CO2, was wiederum die zukünftige Wahl des Transportmittels beeinflussen könnte. Konkret: Wenn ich merke, dass die Emissionen für eine Fahrt von Zürich nach Olten mit dem Elektroauto 1.5 mal grösser sind als mit dem Zug, nehme ich beim nächsten Mal doch lieber Platz in der 1. Klasse.

Ich bin begeistert von diesem Projekt und erwarte, dass es weit über die Landesgrenzen hinaus ein grosses, mediales Echo auslösen wird. Denn die Schweiz ist international bekannt für ihre Innovation und Fortschrittlichkeit, und das Projekt «SBB Green Class» zielt darauf ab, von diesem Ansehen zu profitieren.

Als Forschungsteilnehmer und offizieller Blogger freue ich mich, hier regelmässig über meine Erfahrungen zu berichten.

 

Die SBB sucht 100 ausgewählte Mobilitäts-Pioniere, die das Mobilitäts-Kombiangebot «SBB Green Class» ein Jahr lang testen: Vollelektrischer BMW i3 mit 1.-Klass-GA, Mobility Carsharing und Publibike auf dem SwissPass. Jetzt mehr erfahren und bewerben.

28 Kommentare zu “Die Zukunft der Mobilität ist jetzt.

  1. Ein zukunftsweisendes tolles Projekt.
    Hoffe, dass ich dabei sein darf und dieser Test auch über die Landesgrenzen der Schweiz machbar ist, da ich des Öfteren mit verschiedenen Verkehrsmittel in das Ausland reise. Außerdem wäre es eine besondere Ehre mit einer Universität zusammenarbeiten zu können, die im weltweiten Ranking an der 9.Stelle liegt.

      1. Nur zur Richtigstelung, ist mit dem Nachbarland „FI“, Finnland gemeint, dann muss ich Sie darauf hinweisen, das wir zwar alle Europäer sind aber Schweiz und Finnland in keinster Weise Nachbarländer darstellen. Sollte es sich um einen Fehler meinerseits handeln, bitte ich Sie um Aufklärungsbedarf.

  2. Tolles Projekt, hätte auch Interesse – da ich grenznah wohne stellt sich aber für mich die frage, darf ich mit dem Auto dann auch ins Ausland fahren und darf das Auto auch mein Partner fahren?

      • Ja, Fahrten in die Nachbarländer der Schweiz (DE/AT/LI/IT/FR) sind möglich. Andere Länder benötigen eine Bewilligung von BMW.
      • Der BMW i3 ist grundsätzlich dem Pilotkunden resp. der Pilotkundin vorbehalten: Mindestens 80 Prozent der Fahrten sollen durch den Pilotkunden / die Pilotkundin selbst erfolgen, um sicherzustellen, dass die Teilnehmenden am Forschungsprojekt alle Mobilitätsarten inkl. Auto uneingeschränkt zur Verfügung haben. Situatives Führen des Fahrzeuges durch Dritte sowie die situative Überlassung an Dritte ist zulässig und liegt in der Verantwortung des Pilotkunden.
  3. unter moderner mobilität würde ich mir ein app wünschen ,dass mehr leute zusammen bringt die die gleiche strecke zurücklegen und sich das fortbewegungsmittel optimal teilen. zudem sollte ein anreizsystem erarbeitet werden um die mobilität einzuschränken oder besser zu verteilen durch vorreservationssysteme könnte die auslastung vielleicht optimiert werden. zudem sollten die umläufe überdacht werden zuge sollten kürzere reisestrecken zurücklegen und metromässig verkehren. aus dem eingesammelten abfall sollten vielleicht recyciling züge gebaut werden.

  4. Super Idee, auf diese Weise Informationen mit Blick auf eine gute Art der Mobilität für die nahe Zukunft zu sammeln. Hoffe, dass das Projekt die verdiente Aufmerksamkeit erfahren wird.

  5. Ein tolles Projekt, welches relevante Einblicke in das Mobilitätsverhalten unterschiedlicher Verbrauchertypen geben wird und in die Veränderungen bei freier Verfügbarkeit der Alternativen untersucht. Leider konnte ich im Fragebogen nicht angeben, dass ich an meinem gemieteten Garagenstellplatz bereits über einen Starkstromanschluss verfüge.

    1. Vielen Dank für das Interesse. Die Frage resp. den Hinweis bezüglich Starkstromanschluss kläre ich ab und melde mich hier wieder.

      Update 31.10.16: Die Wallbox ist Teil des Gesamtpakets und bringt eine schnellere Ladung als mit einem gewöhnlichen Haushaltsanschluss. Falls sich der Kunde qualifiziert, kommt ein Mitarbeiter von Alpiq nach Hause, um die Möglichkeiten zur Installation der Wallbox zu prüfen. Da können alle Detailfragen zur Installation geklärt werden.

  6. Hatte gern beworben, aber solche hohe monatlichen oder einmalige Kosten kann ich leider nicht verbindlich angehen. Diese Projekt ist dann nur für reiche Leute oder Firmen.

    1. Hallo Joel

      Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin erhält eine Mobility-Fahrtengutschrift im Wert von 100 Franken. Nach Verbrauch des Startguthabens erfolgt die Rechnungsstellung für gefahrene Kilometer direkt durch Mobility.

      Liebe Grüsse
      Martina

  7. Ich bin schon seit vielen jahren ohne grosses marketing, einfach ganz normal, „greencarding“ unterwegs: GA 2. Klasse, mobility und velo.

  8. Spannendes Konzept…. und sehr wichtig um neue Wege zu finden fuer die Zukunft…

    Was nicht passt, ist dass die Infrastruktur auch fuer einen I3 nicht mitwaechst (Stau und besetzte P&R Anlagen!)

    Was toll waere ein Green Class Light… Statt einem I3 ein Stromer ST2 – Fuer Stadtbewohner sicher sinnvoller.

    1. Das ist genau mein Gedanke. Für mich als Stadtbewohner mit unmotorisiertem Velo, ÖV und Mobility/Sharoo ist dieses Experiment längst Alltag. Die CO2 Tracking-App wäre allerdings spannend.

  9. Habe mich online beworben aber keine autom. Bestätigung erhalten, dass die Bewerbung eingegangen ist. Wer kann mir den Eingang meiner Bewerbung zustellen?

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