Unterwegs mit der Transportpolizei.

Hallo Dr. Bahnsinn
Und, nützt die Präventionskampagne gegen Taschendiebe?
Gruss, Michael

Hallo Michael

Danke der Nachfrage!
Eigentlich wäre es ja so einfach, sich gegen Taschendiebe zu schützen. Eigentlich – aber da ist die Macht der Gewohnheit. Im Zug schnell aufs WC, die Tasche bleibt auf dem Sitz. Der Mantel hängt ordentlich am Haken und zurück vom stillen Örtchen landet die Handtasche neben einem auf dem Sitz, offen, damit alles griffbereit ist. «Fantastisch», denkt sich wohl jeder Taschendieb, «Selbstbedienung!».

Die binationalen Präventionstage gegen Taschendiebe zeigen, wie nötig kleine Tipps und Tricks sind. Wir begleiten eine Patrouille, bestehend aus zwei SBB Transportpolizisten und einem deutschen Bundespolizisten. Engagiert und freundlich verteilen die drei zwischen Basel und Zürich Flyer und erklären, wie einfach man sich eigentlich schützen könnte. Was wir aber im Speisewagen sehen, lässt selbst uns Begleiterinnen stutzen: da liegt, gut sichtbar in der Mitte des Tischs, eine Armbanduhr. Keine Swatch, notabene, sondern was schickes mit Goldrand und elegantem Zifferblatt. Daneben eine Brille und am Boden ein kleiner Rucksack, wahrscheinlich mit Portemonnaie (nein, auch in Begleitung von Polizisten guckt man nicht einfach in fremde Taschen…). Wir warten und erleben einen älteren Herrn, der etwas erstaunt reagiert, als ihn der Transportpolizist auf seine offen herumliegenden Wertsachen hinweist. Und die Schuld auf die Politik schiebt, welche… Auf diese Diskussion lassen wir uns nicht ein, der Flyer mit den Tipps muss reichen.

Die Reisenden reagieren meist freundlich und etwas verdutzt auf den Präventionseinsatz. Und handeln: Da wird ein Reissverschluss hastig zugezogen, dort eine Tasche sauber zwischen die Füsse geklemmt. Und die drei Herren der Polizei verteilen unermüdlich Flyer, wir steigen in Zürich aus, sie reisen weiter bis nach Chur und wieder zurück.

Und das sind die Tipps der Transportpolizei:

  • Trage Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper.
  • Trage Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder klemme dir diese unter den Arm. Der Verschluss soll zur Körperseite zeigen.
  • Trage deinen Rucksack im Gedränge vorne. Keinesfalls gehören Geldbörsen, persönliche Papiere oder Wertsachen in die Aussentaschen.
  • Benutze einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse.
  • Hänge Handtaschen im Zug nicht an Sessellehnen und stelle diese nicht auf der Gangseite unbeaufsichtigt ab.
  • Lasse dein Gepäck nicht unbeaufsichtigt. Wenn du den Wagen verlässt, bitte deine Mitreisende darum, dein Gepäck im Auge zu behalten.

Autor

Dominique Rast
Dominique Rast

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