Wenn Blogger aus den Philippinen die Schweizer Mobilität hautnah erfahren.

«In Filipino gibt es keinen Ausdruck für Mobilität.» Diese Aussage stammt von einer Bloggerin aus Manila, die mit drei weiteren Kolleginnen und Kollegen während einer Woche die Schweiz erkundet.

Anlässlich des sechzigjährigen Jubiläums diplomatischer Beziehungen zwischen der Schweiz und den Philippinen ist die Social Media-Delegation auf Einladung des EDA Präsenz Schweiz unterwegs von Zürich bis nach Chexbres in den Waadtländer Weinbergen. Auf ihrer Reise bekommen sie eine Schweiz abseits gängiger Klischees zu sehen. Klar gehört das eine oder andere Käsefondue dazu, aber auch Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit, Beispiele von Schweizerischem Unternehmertum, oder eben, die Mobilität.

Kurz nach ihrer Ankunft in der Schweiz darf ich die Vier einen Nachmittag lang begleiten, um ihnen bei einem Ausflug ins Verkehrshaus Luzern die Mobilität näher zu bringen. Als Vertreter von SBB Green Class möchte ich ihnen zeigen, wie ich mich tagtäglich nachhaltig und mit verschiedenen Verkehrsmittelnzh entlang der Schweizer Mobilitätskette bewege.

Ganz ungewohnt bin ich an diesem frühlingshaften Sonntag eine halbe Stunde zu früh beim Treffpunkt am Hauptbahnhof Zürich. Zufällig ist meine Gruppe ebenfalls bereits hier – ich erkenne die bekannte Reisebloggerin Aileen von iamaileen.com schon von weitem (Zweite von rechts). In ihrer Begleitung sind die Lifestyle- und Modeblogger Patricia von itsparadigma.com, Laureen von breakmystyle.com, und David von dgmanila.com (v.r.n.l.). Gemeinsam erreichen die vier auf ihren englischsprachigen Blogs monatlich über 1.5 Millionen Leser.

Unterwegs in der ersten Klasse von Zürich nach Luzern.

Nach einer herzlichen Begrüssung findet auf dem Perron 4 bereits das erste Fotoshooting statt. Ich bin mir bewusst, dass der Zugführer wegen uns kaum die Abfahrt verzögern wird. Deshalb steigen wir schnurstracks ein und machen es uns in der ersten Klasse bequem. Dort haben wir während der Fahrt nach Luzern genügend Zeit, uns kennen zu lernen. Dass Politikerinnen und teils sogar der Bundesrat werktags in denselben Zugabteilen unterwegs seien, können die vier kaum fassen: «Werden sie nicht in eigenen Limousinen herumchauffiert?»

Dass Reisende die Schweizer Bahnhöfe einfach so betreten können, ohne durch Schranken zu gehen, fällt ihnen ebenfalls auf. In den Philippinen brauche man ein gültiges Billett, um durch eine Schranke nach innen zu gelangen. Ich erkläre, dass der öffentliche Verkehr in der Schweiz auf der Ehrlichkeit der Reisenden und sporadischen Kontrollen basiere. Und dank dem SwissPass mit Generalabonnement entfalle für die Teilnehmenden von SBB Green Class natürlich die Billettpflicht.

Luzern zeigt sich von der besten Seite. Wir überqueren die jahrhundertealte Kapellbrücke und schlendern durch die Altstadt bis zum Schwanenplatz. Spätestens um 14 Uhr müssen wir beim Verkehrshaus eintreffen, und laut der Reiseplaner App fährt unser Bus um 13:32 Uhr ab. Aileen, Laureen, Patricia und David sind sichtlich erstaunt über die Genauigkeit der Anzeigetafel…

Das Verkehrshaus der Schweiz dokumentiert die Entwicklung der Mobilität.

Beim Verkehrshaus angekommen, werden wir von einer zehn Meter hohen Scheibe begrüsst, die mit etwas Fantasie auch ein gestrandetes U.F.O. sein könnte. Es handelt sich aber um den Bohrkopf der Tunnelbohrmaschine «Sissi», die während Jahren ihren Teil zum Bau des längsten Zugtunnels der Welt beigetragen hat.

Ich erkläre, dass die Schweizer Bevölkerung im Jahr 1992 zuerst über den Bau des neuen Gotthard Eisenbahntunnels abgestimmt habe. Und diese Bohrplatte sei ein eindrücklicher Beweis, dass die Schweiz dank der direkten Demokratie ein solches Generationenprojekt effektiv auch umsetzen konnte. Aus den Reaktionen höre ich heraus, dass eine solche Langzeitsicht in der philippinischen Politik kaum vorhanden sei.

Die Museumsführung zeigt die Entwicklung der Mobilität in der Schweiz gut auf. Angefangen bei der Postkutsche bis zur modernsten Eisenbahn und schliesslich einem Modell des Mars-Rovers «Curiosity» wird uns eindrücklich veranschaulicht, wohin der Weg führen könnte. Natürlich gibt es für die Blogger unterwegs genügend spannende Sujets für ihre Instagram-Kanäle.

Gegen Ende des Nachmittags gibt es noch einen kleinen Abstecher in die digitalen Sphären der Mobilität. Mit der SBB Reiseplaner App checke ich die Verfügbarkeit von Mobility-Fahrzeugen am Bahnhof Luzern. Die «Digital Natives» aus den Philippinen verstehen sofort, um was es geht: Per App ein Fahrzeug zu mieten, das ist ihre Sprache.

Wenig später finden wir den designierten Parkplatz auf der Ebene 3, wo das hellblaue Mobility Elektroauto «Zoe» auf uns wartet. Die Kameras und Smartphones werden gezückt um den Moment festzuhalten, wo ich mit dem roten SwissPass und ganz ohne Schlüssel das Auto entriegle. Ob Mobility-Fahrzeuge auch für Touristen buchbar seien, erkundigt sich David. Meine spontane Antwort: «Eine prima Idee, aber bisweilen ist es noch nicht möglich…»

Zum Schluss frage ich in die Runde: «Was hat euch am heutigen Tag am meisten Eindruck gemacht?»

Die vier Blogger aus den Philippinen sind sich einig: Am meisten beeindruckt haben sie die flüssigen und minutiös abgestimmten Verbindungen im öffentlichen Verkehr. Eine solche Harmonie zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln und Mobilitätsformen sei für ihre Heimat noch Zukunftsmusik. Nach unserer gemeinsamen Zugfahrt werden Aileen, Laureen, Patricia und David dank dem Swiss Travel Pass noch viele weitere Verkehrsmittel testen können. Wie sie meine Frage am Ende der Woche wohl beantworten würden?

«Am meisten beeindruckt haben sie die flüssigen und minutiös abgestimmten Verbindungen im öffentlichen Verkehr.»

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