Ausflug in den Zoo Basel.

Man stellt sie sich idyllisch und geruhsam vor, diese freien Familientage, ohne all die alltäglichen Verpflichtungen: Langes Liegenbleiben, lesen und Kaffee im Bett, spätes, ausgedehntes Frühstück, und so weiter. Wer Vorschulkinder hat weiss, dass derartige Phantasien oft genau das bleiben, oder zumindest nur für 13 Minuten anhalten, weil der Nachwuchs sich zu sehr langweilt (Anzeichen: «Mir ist laaaaangweilig!») oder zu wenig langweilt (Anzeichen: verdächtige Stille aus dem Kinder- oder Badezimmer). Die klugen Eltern füllen also freie Tage von Vorteil mit Programmpunkten, die Menschen jeden Alters als angenehm empfinden, wie beispielsweise mit einem Zoobesuch.

 

Die frühen Vögel.

Wir jedenfalls packten die Rucksäcke, um mit dem Zug den Basler Zoo zu besuchen. Zu beachten ist, dass besonders leicht zu motivierende Kinder vielleicht erst eine Dreiviertelstunde vor Abfahrt informiert werden sollten, denn aus eigener leidvollen Erfahrung kann ich berichten, dass es sonst dazu kommen kann, dass die Kinder um 5.30 Uhr angezogen und berucksackt vor dem elterlichen Bett stehen und verkünden, dass ein sofortiger Aufbruch unaufschiebbar sei. Ich handelte mir in unserem Falle 1 ½ Stunden Schonfrist aus, bevor ich mit Partner und den drei- und fünfjährigen Töchtern, Richtung Basel aufbrach – zwei Stunden früher, als eigentlich geplant.

Kinder

 

Wo geht’s hier zum Zoo?

Gut gefüttert und getränkt, mit Fensterplätzen und Suchspielen, fährt sich so eine stündige Zugfahrt mit einer Leichtigkeit, dass sogar die Töchter kurz Erstaunen über unsere Ankunft bekundeten, besonders weil wir in elterlicher Vorsorge zu Geduld auf langer Fahrt aufgerufen hatten. Am Basler Bahnhof hat Familie schliesslich folgende drei Optionen, um in den Zoo zu gelangen: 1. den Schildern folgen und marschieren, 2. ein entsprechend beschriftetes Tram zu besteigen oder 3. etwas verwirrt in der Gegend rumstehen und warten, bis einer der zuvorkommenden Basler unaufgefordert den Weg weist. Wir entschieden uns für die dritte Variante und fanden so erfolgreich zum Zolli und kindlichen Baslerdeutschexperimenten. An der Kasse waren wir zunächst etwas irritiert, weil Kinder bis 6 Jahre gratis rein dürfen, damit muss man erstmal umgehen können.

 

Tierische Höhepunkte.

Im weitläufigen Zoo selber zogen wir mal hier, mal dort hin, relativ konzeptfrei und kreuz und quer, denn Zeit hatten wir ja, dank unseres verfrühten Aufbruchs, in Massen. Unser Empfinden von erlebten Höhepunkten fiel dann auch sehr unterschiedlich aus.

M. (3 Jahre alt): «Das Pony war schön. Weil auf Ponys kann man reiten. Ich durfte aber nicht reiten, weil Mama hat gesagt, diese Ponys dürfen nur im Kreis gehen. Ja, den Wolf habe ich auch gesehen. Das Pony war aber sehr schön und sein Fell hat sehr weich ausgesehen. Ja, die Löwen habe ich gesehen. Das Pony hat aber auch eine sehr schöne Mähne gehabt.»

Loewe

Y. (5 Jahre alt): «Mir haben die Affen gefallen. Die hatten so Stöcke, mit denen sie Essen aus Löchern holen konnten, weil ihnen sonst langweilig ist. Ein Affe hat gepinkelt, als der Mann gerade geputzt hatte. Das war sehr lustig.»

Affe

F. (30 Jahre alt): «Als Okapiverehrerin fand sich mein Höhepunkt selbstredend im Antilopenhaus. Okapis, die optisch irgendwo zwischen Giraffe und Zebra liegen und irgendwie in kein gängiges Schema zu passen scheinen, sind mir schlicht sympathisch. Ausserdem ist das Antilopenhaus selber, ganz unabhängig von seinem Inhalt, ein äusserst attraktives Gebäude.»

Antilopenhaus

D. (31 Jahre alt): «Mir haben die Nashörner gefallen, die mit ihrem Körperbau und Panzer an die Tiere aus der Urzeit erinnern. Und beeindruckt hat mich auch dieses Koloss eines Mutternashorns, das trotz seiner Grösse das für sein Alter erstaunlich faltige Junge nicht zerdrückt.»

Krokodil

Den Tag nutzend, bis in die letzten Stunden, sahen wir neben oben Genanntem auch Nashörner, Elefanten, diverse Aquarien, Vögel und Reptilien. Für Freiluftpicknicks gibt es diverse Möglichkeiten, von denen wir die Seelöwenarena wählten und während des Essens den verwegenen Schwimmern zuschauen konnten.

Wie es sich für Rückfahrten nach langen Tagen gehört, verteilten sich die beiden Töchter auf den elterlichen Schössen und schliefen bis Bern.

 

Tipp: Ausflug mit dem Mitfahrbillett.

So seid ihr gemeinsam günstiger unterwegs: Vom 7. April bis am 16. Mai ist das Mitfahrbillett erhältlich. Wenn du zum Beispiel ein GA oder eine Tageskarte hast, kannst du eine Begleitperson für nur 37 Franken mitnehmen auf einen Ausflug mit dem Zug. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Zoobesuch am Sonntag oder einem Muttertagsausflug am 10. Mai? Auf sbb.ch findest du viele Freizeitideen.

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13 Artikel

6 Kommentare zu “Ausflug in den Zoo Basel.

  1. Einfach goldig! Genau so ist es…
    Und nach dem Powernap im Zug hatten die beiden Engelchen sicher wieder genügend Energie getankt, um die Eltern weiterhin ordentlich auf Trab zu halten.

  2. Unser letzter Familien Zoo-Besuch hat uns allen sehr gut getan. Jetzt, wo die Tage sonniger werden, werden wir das sicherlich wiederholen…

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